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Jahrgangsübergreifendes Lernen in der Eingangsphase der Reinhold-Otto-Grundschule

Seit Beginn des Schuljahres 2008/09 werden an unserer Schule die Kinder des 1. und 2. Jahrganges gemeinsam unterrichtet. Die bislang gemachten Erfahrungen sind überwiegend positiv. Drei Sachverhalte stechen dabei besonders hervor:

  1. Die Schulanfänger waren schneller in die schulischen Abläufe integriert. Eine sozial gefestigte Gruppe nahm eine kleine Gruppe Neuer auf. Die Gewöhnungszeiten waren dadurch kürzer.
  2. Das soziale Klima hat sich deutlich positiv entwickelt. Jüngere übernahmen Rituale und soziale Verhaltensweisen von Älteren.
  3. Die Zusammenarbeit mit den Erziehern klappt hervorragend.

Die in der Eingangsstufe der Reinhold Otto-Grundschule unterrichtenden Lehrerinnen sind der Meinung, dass das jahrgangsübergreifende Lernen folgende Chancen bietet:

  • Die Schüler lernen voneinander etablierte Lernstrategien.
  • Natürliches Helfersystem: Jedes Kind ist Hilfe anbietendes und Hilfe annehmendes Kind.
  • Die Übernahme von Verantwortung für jüngere Kinder stärkt das Selbstvertrauen.
  • Bei sozialer Kontinuität entfällt das emotional belastende Sitzenbleiben. Wer drei Jahre in der Eingangsphase verbleibt, bleibt in der vertrauten Lerngruppe.
  • Beim verkürzten Durchlaufen der Eingangsphase in einem Jahr können die Kinder an den Angeboten beider Jahrgangsstufen individuell differenziert teilnehmen.
  • Jedes Kind wird entsprechend seinen Lernvoraussetzungen individuell gefördert.
  • Die Kinder dürfen in ihrem eigenen Lerntempo arbeiten.
  • Leistungsstarke Kinder werden gefordert. Sie lernen „mit den Großen" Lerninhalte der Jahrgangsstufe 2 und verlassen eventuell nach einem Jahr - mit bekannten Kindern - die Eingangsphase.
  • Binnendifferenzierung ist obligatorisch; schüleraktivierende, selbständige Lernmethoden stehen im Vordergrund.
  • Lehrkräfte haben während des Unterrichts mehr Zeit, um auf einzelne Kinder gezielt einzugehen.
  • Altersgemischte Klassen erfordern ein höheres Maß an Toleranz, Achtung und Rücksichtnahme (Sozialkompetenz).

Der Studientag im laufenden Schuljahr widmet sich ausschließlich dem Thema „Jahrgangsmischung", damit die in der Eingangsstufe begonnene Arbeit in den folgenden Klassen fortgesetzt werden kann. Die erlernten Kompetenzen der SchülerInnen sollen in den folgenden Klassen weiterentwickelt werden. Ziel ist , das eigenverantwortliche Arbeiten und Lernen (EVA) in allen Klassenstufen zu etablieren.

Projekt: GESUNDE ERNÄHRUNG

Damit die Kinder in der Schule erfolgreich lernen können, ist eine gesunde Ernährung und ausreichende Bewegung sehr wichtig. Unsere JÜL- Gruppen haben sich deshalb über einige Wochen mit allen Gruppen fächerübergreifend mit folgenden Themen rund um die gesunde Ernährung beschäftigt. Dies geschah fächerübergreifend. Am 26. Mrz war ein sogenannter GESUNDHEITSTAG. Da wurde von den Kindern eine Ausstellung zu dem wichtigen Thema vorbereitet. Die Eltern beteiligten sich eifrig und brachten auch Rohkost, Obstsalat und andere gesunde Speisen und Getränke mit. Es wurde gesungen, gespielt und Yoga vorgeführt.

Folgende Themen wurden in den Klassen vorbereitet:

Sachunterricht:

  • Fitmacher und Schlappmacher
  • Tierische und pflanzliche Lebensmittel
  • Wir unterscheiden Obst und Gemüse
  • Was gehört zu einem gesunden Frühstück?
  • Welche Regeln gelten für ein gesundes Essen?
  • Wir stellen Vollkornmehl her
  • Wir backen Brot
  • Selbermachen hilft sparen: Weg von Fertigprodukten

Mathematik:

  • Wir üben den Umgang mit Geld
  • Wir sparen beim Einkaufen

Kunst:

  • Wir gestalten Schrift und Plakate
  • Korkdruck: Smarties

Sport:

  • Wir bewegen uns nach Musik

Musik:

  • Freche Lieder zum Thema
  • Bewegungslieder

Einführung von JÜL 1 -3 zum Schuljahr 2013/2014:

 

Zusammenfassung:
Umsetzung des jahrgangsübergreifenden Lernens an der Reinhold-Otto- Schule
(In Anlehnung an die von Eltern gestellten Fragen)

Die jetzt absehbare personelle Situation, einige Umstrukturierungen im Haus und eine neue Kollegin, die schon jetzt in den Vorbereitungssitzungen dabei ist, außerdem die intensive Vorbereitung ermöglichen die Realisierung. Wir sind mit unseren Planungen in diesem Jahr frühzeitig sehr weit fortgeschritten. Personelle Änderungen sind aber bis zum Beginn des Schuljahres nicht ausgeschlossen.

Die Umsetzung des Konzeptes wird seit Beginn dieses Schuljahres gezielt mithilfe moderierter Teamsitzungen und weiterer Teamsitzungen vorangetrieben, in denen sowohl fachspezifische wie allgemeine organisatorische Überlegungen erörtert werden. Die Erfahrungen anderer Schulen, Kolleginnen im Team, die schon jahrgangsübergreifend 1 -3 gearbeitet haben und eigene pädagogische Vorstellungen fließen in die Konzeptionierung mit ein. Seit dem Frühjahr werden Feinabstimmungen im Rahmen der sich aus den Klassenzusammenschlüssen von je drei Klassen ergebenden drei Kleinteams vorgenommen. Es geht beispielsweise bei der Auswahl, bzw. der Überprüfung bislang eingesetzter Lehrwerke und Arbeitsmaterialien darum, so differenziert arbeiten zu können, wie es das jeweilige Kind benötigt. Wir haben als Lehrer/innen diesen Bereich immer Blick, nämlich jedem Kinder das „Futter" in der richtigen methodischen Weise anzubieten, das es benötigt. Dies ist ein Teil unseres Berufes!

Wenn Kolleginnen oder Kollegen fehlen, greifen die im Haus beschlossenen Vertretungsgrundsätze. Danach werden an erster Stelle Lehrkräfte eingesetzt, die wegen Abwesenheit ihrer Klasse keinen Unterricht hätten, danach diejenigen, die eine Verfügungsstunde haben. An dritter Stelle kommen Teilungslehrkräfte zum Einsatz.

Wir haben genügend Räume im Haus, die für eine dreizügige Schule ausreichen. Dazu kommen leere Klassenräume, die während des Sport-, Musik- oder teilweise des BK-Unterrichtes ebenfalls für Teilung oder von Lesepatinnen genutzt werden können.

Die nächsten Fragen der Eltern beziehen sich wiederum auf Differenzierungsmodelle: Es ist grundsätzlich so, dass es genügend Materialien gibt, mit denen differenziert gearbeitet werden kann. Das bedeutet, dass die Kinder, die fortgeschritten sind, sich auch mit Aufgaben befassen können, die sie eigentlich erst als Zweit- oder Drittklässler zu bewältigen hätten. Umgekehrt dürfen Kinder in ihrer eigenen Geschwindigkeit sich auch länger mit Themen oder Übungen befassen, obwohl sie schon in der 3. Klasse sind. Pädagogik ist insofern flexibler geworden und richtet sich am Vermögen des einzelnen Kindes, knüpft also am individuellen Vermögen an und nicht an einem vorher bestimmten mittleren Standard einer Klasse. Dieser mittlere Standard ist ein Trugbild, von dem wir uns endgültig verabschiedet haben. Es gibt keine homogenen Gruppen. Natürlich wird es unsere pädagogische Aufgabe sein, Kinder weder zu überfordern, noch sie zu unterfordern. Drittklässler werden in einer Stunde Sachunterricht in der Gruppe zusammengefasst, die später auch in der 4. Klasse zusammengeführt werden und in der Drittklässlerstunde ein Angebot erhalten, das sich projektorientiert einem Schwerpunkt widmet. An dieser Stelle sei es schon mal erwähnt: Projektorientiertes Arbeiten planen wir auch verstärkt für das erste Halbjahr der 4. Klasse. Einmal soll es helfen den Übergang zu höheren Anforderungen sanft aber stetig fordernder zu gestalten und zum anderen dabei, die Bildung der Klassengemeinschaft zu unterstützen. Die Diskussionen werden im nächsten Schuljahr geführt, wenn die Klassenlehrer feststehen.

Zum Thema Leistungskontrollen: Leistungskontrollen im alten Sinne werden zunehmend durch Kompetenzentwicklungsgespräche abgelöst. Überdies ist der Weg zur Selbstevaluation längst beschritten. Die Kinder kontrollieren sich z.B. bei Lernsoftware in Mathematik selbst. Die bearbeiteten Hefter und Aufgaben werden regelmäßig, mindestens einmal wöchentlich, von den Lehrkräften kontrolliert, mit den Kindern und auch in regelmäßigen aber größeren Zeiträumen mit den Eltern besprochen. Sie als Eltern brauchen nicht selbstständig zu Hause unterrichten, wie manche Eltern uns mitteilen, weil diese Eltern der Meinung sind, ihr Kind könne noch nicht genug. Auch Sie müssen lernen, dass Kinder der gleichen Altersgruppe sehr unterschiedliche Lern- und Wissensstände haben und eher vorgehaltene Angebote benötigen, die sich die Kinder selbst holen, als dass sie vollgestopft werden. Auch hier gilt, dass diese Balance gut austariert werden müssen und bei Schüler/innen, die sich von alleine gar nichts holen, werden die Lehrkräfte steuernd eingreifen.

Einen Wechsel auf's Gymnasium nach der 4. Klasse bereiten wir nicht gesondert vor und halten ihn auch – von wenigen Ausnahmen abgesehen - für verfrüht. Unser Vorgehen in der 4. Klasse wird sich nicht diametral zum heutigen unterscheiden, wir werden – wie oben angedeutet – einige Veränderungen im nächsten Schuljahr für die 4. Klassen diskutieren.

Freundschaften werden auch in JÜL – Klassen problemlos entstehen und das Patensystem wird ebenfalls fortgesetzt.

Im Sportunterricht haben wir die Erfahrung gemacht, dass trotz unterschiedlicher körperlichen Voraussetzungen, gemeinsamen Sportunterricht ohne Probleme zu realisieren ist. Allerdings versuchen wir auch durch organisatorische Maßnahmen in einer der zwei Sportstunden (die dritte ist die Schwimmstunde) die Drittklässler zusammenzufassen. Ob dies gelingt hängt von den Sportlehrerstunden und den verfügbaren Hallenzeiten ab. Gleichwohl ist uns die Herausforderung sehr wohl bewusst, für guten Sportunterricht für alle zu sorgen.

Englischunterricht:

Es ist planerisch folgendes vorgesehen: Es werden Randstunden sein, zu denen die Kinder ohne Englisch noch nicht in der Schule sein müssen oder schon im Hort sind. Die Drittklässler werden für diese beiden Stunden in zwei Gruppen zusammengefasst. Eingesetzt werden Englischfachkräfte.

Schwimmunterricht:

Wir werden zwei Gruppen bilden und wie jetzt auch mit drei Schwimmlehrern zum Unterricht schicken. Wenn wir den Schwimmtag und die Zeit beibehalten können, werden die Drittklässler in den ersten beiden Stunden donnerstags beim Schwimmen sein. In der ersten Stunde haben 1.+2. Kläßler frei, bzw. sind im Hort, in der zweiten Stunde Sport, das ist die 3. Stunde Sport, welche die Drittklässler durch das Schwimmen nicht haben. Auch hier ist es möglich, dass wir Sportgruppen zusammenfassen.

Eine Klassenfahrt durchzuführen stellt kein Problem dar. Familien mit mehreren Kindern verreisen doch auch gemeinsam und machen Programme, bei denen alle zu ihrem Recht kommen.

Die Sitzordnung bei JÜL 1-3 behindert das Lernen der Lernanfänger ebenso wenig wie das von leistungsstarken Schülern.

Wie wird damit umgegangen, dass jedes Jahr ein Drittel der Kinder die Klasse verlässt? Dadurch werden jedes Jahr Beziehungen zwischen den Kindern gebrochen und die Klassenstruktur beeinträchtigt. Dies beschreibt allerdings Situation, die nun eine Verbesserung erfährt, denn nach dem jetzigen System verlässt sogar die Hälfte der Schüler eine Klasse. Da ist seitens der Eltern Vertrauen in die Selbstregulierung hilfreich.

Problem: Ständige Unruhe durch den Raumwechsel, wenn die Drittklässler regelmäßig getrennt Deutsch- und Matheunterricht haben?

Von regelmäßiger Trennung müssen Sie nicht ausgehen. Die Erstklässler haben 20 Wo/Std. die Zweitklässler 21, eine Stunde Deutsch mehr. Dann sind die Erstklässler schon im Hort. Die Drittklässler haben ebenfalls 7 Stunden Deutsch, aber zwei Stunden Englisch (s. oben) und eine SU –Stunde mehr.

Die Regelung des Überganges wird noch genauer betrachtet und bei den Überlegungen möchte ich die neuen Klassenlehrer/innen mit einbeziehen s. a. weiter oben. Grundsätzlich werden entsprechend den Schülerzahlen neue Klassen gebildet, wobei die für Drittklässler gebildete temporären Gruppen beachtet und genutzt werden.

Das größte Interesse der Elternschaft scheint sich auf die Realisierung der differenzierten Förderung schwächerer und guter Schüler zu beziehen. Hier ist auf die Erfahrung der Schulen zu verweisen, die schon lange JÜL 1-3 praktizieren, wie z.B. die Rothenburg-Grundschule in Steglitz, die Werbellinsee -Grundschule in Schöneberg oder die Glassbrenner-Grundschule und die Reinhardwaldschule in Kreuzberg, in denen Differenzierung und Förderung ausgezeichnet gelingen, wie deren Inspektionsberichte nachweisen.

 

Demnächst legen wir einen Erfahrungsbericht zum ersten Jahr JÜL 1 - 3 vor!